Kreuzbandverletzung bei Amateur und Profi

Kreuzbandverletzung bei Amateur und Profi
Unterschiede bei der ärztlichen Behandlung und Rehabilitation von Kreuzbandrupturen im Amateur- und Profisport.

11.04.2017 5387

Mit einer Inzidenz von 1:1000 Einwohnern in den deutschsprachigen Ländern handelt es sich bei den Kreuzbandrupturen um eine vergleichsweise häufige Verletzung. Laut dem skandinavischen VKB-Register tritt die Verletzung bei Frauen zwei- bis fünfmal häufiger auf als bei Männern. Bei 70 Prozent der Kreuzbandrupturen kommt es zu Begleitverletzungen anderer Strukturen des Bewegungsapparates.

Für die Versorgung der Kreuzbandverletzungen sind zum einen der Leistungsanspruch des Patienten, aber auch das biologische Alter, das Ausmaß der Begleitverletzungen, sowie die individuellen Lebensumstände entscheidend. Bei Profisportlern führt die Analyse der genannten Faktoren im Regelfall zwingend zu einer Operation. Im Breitensport kann unter Umständen eine konservative Behandlung ausreichend sein.

Die Durchführung einer Kreuzband-OP ist bei allen Betroffenen gleich. Meistens wird bei einer kompletten Ruptur eine Plastik aus der Semitendinosussehne eingesetzt. In selteneren Fällen kann das Transplantat auch aus der Patellarsehne entnommen werden. Auch die operative Versorgung der Begleitverletzungen erfolgt bei Profi- und Amateursportlern auf die gleiche Weise. Durch den Einfluss finanzieller Faktoren (Ausfallzeiten!) wird die OP bei Profisportlern gegebenenfalls zu einem früheren Zeitpunkt durchgeführt.

Der größte Unterschied in der Therapie der Kreuzbandverletzungen bei Profi- und Amateursportlern liegt definitiv im Umfang der konservativen Nachbehandlung. Diese wird bei einem Berufssportler wesentlich intensiver ausfallen und auf einen möglichst schnellen, sowie sicheren Return-to-Competition ausgerichtet sein. Durchschnittlich dauert die Rehabilitation eines Profisportlers nach Kreuzbandruptur sechs bis acht Monate. Einige Athleten erreichen das Ausgangsniveau der sportlichen Leistungsfähigkeit nach der Verletzung nicht mehr.

Die Rehabilitation von Breitensportlern erfolgt in der Regel zunächst mit dem Ziel des Return-to-Job. Dieser kann je nach Berufsbild schon nach zwei bis drei Wochen stattfinden. Die konservative Behandlung sollte dann bis zu sechs Monaten parallel zur beruflichen Tätigkeit weitergeführt werden. Danach kann in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt/Therapeuten die Rückkehr zur ausgeübten Sportart erfolgen.